Tätigkeitsbericht

Ziel der Arbeit der Wirtschaftsförderung Frankfurt war auch 1999 weiterhin die Stärkung des Wirtschaftsstandortes Frankfurt. Zwei wesentliche Aufgabenfelder bestimmten ihre Arbeit im Jahr 1999:

#la#die Mittlerrolle zwischen Wirtschaft und offizieller Stadt wie der Öffentlichkeit und
#*#die Entwicklung und Betreuung einzelner, für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt wichtiger Branchen (= “Cluster”).
#le#
Darüber hinaus widmete sich die Wirtschaftsförderung der Verbesserung der Zusammenarbeit innerhalb der Region Frankfurt/Rhein-Main. Erstmalig erstellte die Wirtschaftsförderung für einen externen Auftraggeber ein Gutachten über die wirtschaftlichen Entwicklungspotentiale der Region.

#fa#Mittler zwischen Wirtschaft und Stadt#fe#
In ihrer Rolle als Mittler zwischen Wirtschaft und Stadt hat sich die Wirtschaftsförderung auch 1999 wieder verstärkt um den Kontakt und die Unterstützung kleiner und mittelständischer Unternehmen bemüht. Um in diesem Bereich erfolgreich arbeiten zu können, erwies es sich als zunehmend wichtig, die Firmen vor Ort aufzusuchen.

#la#Stadtteilbegehungen
Die Stadtteilbegehungen wurden 1999 mit den Begehungen des Gallus, des Bahnhofsviertels und Bornheims fortgesetzt. Aufgrund der Wechsel im Wirtschaftsdezernat fanden diese Begehungen mit den jeweiligen Wirtschafts-Dezernenten Corts, Glaser und Schwarz statt. Während die Gespräche mit den Betrieben im Gallus eine sehr optimistische Stimmung offenbarten, wurde im Bahnhofsviertel die Problematik dieses Stadtteils sehr deutlich gemacht. In Bornheim traten dagegen vor allem Verkehrsprobleme zutage, die allerdings durch Verkehrsberuhigungsmaßnahmen hausgemacht sind.
#*#Gewerbeberatung
Die zunächst als Pilotprojekt angelegte Gewerbeberatung durch Handwerksmeister entwickelte sich überaus erfolgreich. Die Ansprache von Handwerksbetrieben durch Meister aus gleichen oder verwandten Innungen wurde ebenso dankbar aufgenommen, wie die Stadtteil bezogene Kontaktaufnahme durch die Gewerbeberater. Viele kleine, aber nicht minder ärgerliche Probleme konnten gelöst werden. Insbesondere das Angebot der Gewerbeberater, Bewerber auf ihre Eignung für in den Betrieben freie Stellen zu prüfen und dann die Geeigneten den Betrieben zur endgültigen Auswahl vorzustellen, wurde von den Firmen sehr positiv aufgenommen. So konnten im Jahr 1999 77 Stellen besetzt werden.
#*#Einzelhandelsarbeitskreis
Um Fragen des Einzelhandels und der Einzelhandelsstruktur bereits im Vorfeld politischer Diskussionen erörtern zu können, richtete die Wirtschaftsförderung erneut einen Arbeitskreis Einzelhandel ein, dem die IHK und der Einzelhandelsverband sowie einzelne kompetente Sachkenner angehören. Ziel ist es unter anderem, zu einem einheitlichen Verständnis der Situation in Frankfurt zu kommen und daraus gegebenenfalls Handlungsvorschläge abzuleiten. Auch gilt es, aus Erfahrungen anderer zu lernen. So informierte sich der Kreis in Amsterdam und Rotterdam über jüngere Entwicklungen in diesen beiden Städten.
#*#Begehungen mit Journalisten
Um Frankfurter Redakteure und damit möglicherweise eine breitere Öffentlichkeit auf bemerkenswerte Entwicklungen aufmerksam zu machen, führte die Wirtschaftsförderung in 1999 erstmalig Begehungen mit Medienvertretern durch. Bei dem gemeinsamen Besuch von Firmen an der Hanauer Landstraße wurde die dynamische Entwicklung dieser Straße zur Medien- und Internet Meile deutlich. Beim Besuch des Löwenhofs in Bornheim konnte eine überaus erfolgreiche Wandlung einer Gewerbebranche zum Medienzentrum vorgeführt werden.
#*#Bundessieger “Das Netz”
Das Engagement auch der Wirtschaftsförderung zur Betreuung von Existenzgründerinnen fand bundesweit Anerkennung. Das von den Frauenbetrieben geführte Projekt “Das Netz” wurde beim Bundeswettbewerb `Zukunftsregion für Gründerinnen` mit einem der drei gleichberechtigten Preise ausgezeichnet.
#*#BIQ
Das Projekt Betriebe investieren in Qualifizierung wurde fortgeführt. Die Gewerbeberater wurden gezielt geschult. Qualifizierungsangebote wurden erfasst. Schwerpunktbranchen wurden identifiziert: Einzelhandel, Gesundheit/Pflege, Zulieferer (Unternehmen, die mit Großunternehmen zusammenarbeiten), siehe auch Beilage.
#le#
#fa#Cluster#fe#

#la#Finanzplatz
Die Entwicklung des Finanzplatzes begleitete die Wirtschaftsförderung auch 1999 erneut mit verschiedenen Maßnahmen. Neben dem traditionellen Internationalen Bankenabend am 20. Mai und – als Mitveranstalter – dem European Banking Congress am 19. November gehörte zum dritten Mal “Frankfurt meets New York” am 29. November zu diesen Aktivitäten. 400 Gäste, in der weit überwiegenden Mehrzahl New Yorker – davon etwa 90 als Gäste der Stadt – folgten gebannt den Ausführungen des Ehrengastes Hilmar Kopper über den Finanzplatz Frankfurt. Diese Ausführungen ergänzte die amerikanische Urbanistin Saskia Sassen. Für die Unterhaltung sorgte der Tiger-Palast. Die Weine aus dem Rheingau wurden erneut besonders gewürdigt. Auch im Jahr 1999 konnte die Frankfurter Oberbürgermeisterin wiederum 100 Gäste mehr als im Vorjahr begrüßen. Die New Yorker Gäste wurden angeführt von Ronald Lauder, John Slade, Fritz Stern und Ruth Westheimer.

Im September präsentierte die Wirtschaftsförderung die Euro-City Frankfurt in den Hauptstädten der EU-Beitrittskandidaten Estland, Tschechien und Ungarn. In den Fachvorträgen der Delegationsmitglieder wurden die Entwicklungen in der internationalen Finanzwelt und den Banken hoch interessierten Auditorien vorgestellt.

Als besondere Aufwertung gerade auch des Finanzplatzes Frankfurt wurde die Ansiedlung der Fuqua Business School der Duke University international bemerkt. Die einzige Dependance einer amerikanischen Business School in Europa wird im zweiten Halbjahr 2000 mit dem ersten Executive-MBA Kurs in Frankfurt beginnen.

Die von der Wirtschaftsförderung angeregte Finanzplatzuhr aus dem Hause Sinn Spezialuhren, Rödelheim, wurde am 2. September durch den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Börse AG, Herrn Dr. Seifert, in Anwesenheit des Bundesbankpräsidenten, Herrn Ernst Welteke, der Öffentlichkeit vorgestellt. Mit diesem Chronographen, dem einzigen, auf dem drei Zeitzonen abzulesen sind, ist den Frankfurter Bankern – und nicht nur ihnen – ein Spitzenprodukt des Uhrmacherhandwerks an die Hand bzw. an das Handgelenk gegeben worden.
#*#Kommunikationswirtschaft/ Frankfurter Forum für Kommunikation
Frankfurts führende Rolle innerhalb der Kommunikationsbranchen wurde einmal mehr beim Kommunikationsmarkt 1999 deutlich. Unter dem Motto: “Be prepared! Kommunikation wird sich verändern” präsentierten 93 Firmen und Institutionen aus dem Frankfurter Forum für Kommunikation vier Tage lang in der Galleria der Messe die Kompetenz und die Vielfalt der beteiligten Branchen. 44 Redner diskutierten in 33 Diskussionen und Vorträgen die Anforderungen und Perspektiven der Kommunikation der Zukunft. 5.500 Besucher nahmen dieses Angebot zur Information und Diskussion wahr.

Ein besonderes Highlight war die erstmals veranstaltete Nacht der Kommunikation. Über 1.300 Kreative und Kommunikative tanzten bis in die frühen Morgenstunden zu der Musik von 2-4 Family, La Bouche, Alina, Dana Smith und anderen. Der Erfolg dieser Nacht zeigte das große Bedürfnis gerade auch in dieser Branche, sich inoffiziell zu treffen und zu begegnen.

Auch diese Erfahrung war Anlass für die Wirtschaftsförderung, die Bar Between in der Schirn ab 2. September jeweils donnerstags für das Frankfurter Forum für Kommunikation als Treffpunkt zu nutzen. Prominente Vertreter des Forums oder auch der Stadt stehen jeweils als Barkeeper hinter der Bar. Die Überschüsse der Abende erhält die Schirn. DM 18.000 konnten bis Ende 1999 für die Kunsthalle “ertrunken” werden.
#*#Telekommunikation/Internet
Die Entwicklung dieses für die zukünftige Rolle Frankfurts als Knoten in den internationalen Telekommunikationsnetzwerken so entscheidenen Clusters wurde weiterhin aktiv betrieben. So konnte die Wirtschaftsförderung u.a. die Firmen Exodus GmbH, ACN Deutschland und Metromedia Fiber Networks bei ihrer Ansiedlung in Frankfurt betreuen. Die baurechtliche Genehmigung des Carrier-Hotels von World Switch in den ehemaligen Räumen der Firma Günther & Co konnte mit dem Planungsamt zeitnah vorbereitet werden.
#*#Biotechnologie
Als ein neuer Schwerpunkt für die Arbeit der Wirtschaftsförderung wurde der Bereich Biotechnologie in 1999 aktiv besetzt. Zum einen wurden mit der IHK die Überlegungen und Planungen für ein Biotechnologiegründerzentrum am Niederurseler Hang vorangetrieben. Die Planungen konnten in Abstimmung mit der Stadt und den beteiligten Fachleuten so weit konkretisiert werden, dass in 2000 eine Machbarkeitsstudie mit präzisen Fragestellungen in Auftrag gegeben werden kann.

Gemeinsam mit Vertretern von Firmen und Organisationen aus der gesamten Region präsentierte die Wirtschaftsförderung mit der Oberbürgermeisterin und dem Wirtschaftsdezernenten die Möglichkeiten für Biotechnologie Unternehmen Anfang Dezember in Washington, D.C., und in Boston. Jeweils 70 Teilnehmer folgten den Ausführungen der Frankfurter Referenten. Fragen und Gespräche im Anschluss an die Präsentationen machten einmal mehr deutlich, wie wichtig es ist, Firmen direkt anzusprechen. Die Reaktion war so positiv und die Qualität der geknüpften Kontakte so hochkarätig, dass die Delegationsmitglieder die Wirtschaftsförderung aufforderten, eine solche Biotech-Promotion zu wiederholen.
#*#Software
Als weiteren neuen Schwerpunkt will die Wirtschaftsförderung Frankfurts Bedeutung als Standort für Software Firmen stärker sichtbar machen und weiterentwickeln.

Zwei Jahre nach dem ersten Besuch reiste die Wirtschaftsförderung daher angeführt von Stadträtin Schenk im Oktober nach Mumbai (Bombai), Chennai (Madras) und Bangalore, um indischen Software-Firmen die Möglichkeiten in Frankfurt jeweils in Seminaren zusammen mit der IHK vorzustellen. Wie bereits beim ersten Besuch war auch diesmal die Resonanz sehr groß. Als größtes Hindernis für Firmenansiedlungen wurde allerdings in allen Gesprächen die prohibitive deutsche Praxis zur Erteilung von Arbeits- und Aufenthaltserlaubnissen angeführt. Zurückgekehrt gelang es der Wirtschaftsförderung in Gesprächen mit allen Beteiligten auf deutscher Seite eine erhebliche Beschleunigung der Verfahren zu erreichen. Daraus ergibt sich ein erheblicher Wettbewerbsvorteil. Allerdings ist die Kapazität der an sich für Asien insgesamt, mit der Ausnahme Korea, zuständigen Mitarbeiterin der Wirtschaftsförderung mit der Nachbereitung der Antragen der indischen Unternehmen völlig ausgeschöpft. Ende 1999 wurde die Entscheidung getroffen, kurzfristig an der größten indischen Softwaremesse Nasscom 2000 im Februar 2000 mit einem Stand teilzunehmen.
#*#Industrie
Um Frankfurts Bedeutung als Industriestandort zu unterstreichen, führte die Wirtschaftsförderung wiederum den Industrieabend durch. Gastredner dieses Abends war der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Industrie, Herr Schmoldt. Auf seine Ausführungen ging der Präsident der IHK, Herr Dr. Niethammer, in seiner Erwiderung ein.
#*#Immobilienbranche
Eine Reihe von Aktivitäten der Wirtschaftsförderung sind unverändert auf den Immobiliensektor der Frankfurter Wirtschaft ausgerichtet. So fanden in 1999 drei Immobilienfachgespräche als Frühstückstreffen statt. Referenten waren u.a. die Dezernenten Dr. Wentz und Glaser. Neben dem fachlichen Gedankenaustausch wird von Teilnehmern immer betont, dass die Möglichkeit zur zwanglosen Begegnung und zum persönlichen Gespräch einen besonderen Wert dieser Treffen ausmachen würden.

Ergänzt wurden diese morgendlichen Treffen durch ein Immobilien-Seminar am 7. Dezember, bei dem über 150 Teilnehmer mit den Referenten, angeführt vom Planungsdezernenten Dr. Wentz, über zukünftige Entwicklungen und Trends sowie daraus abzuleitende Maßnahmen diskutierten.

Auch 1999 präsentierte die Wirtschaftsförderung den Standort gemeinsam mit 15 Partnern auf der Immobilienmesse MIPIM in Cannes. Wie in den Vorjahren wurde dieser gemeinsame Auftritt von allen Beteiligten als voller Erfolg gewertet. Erstmalig beteiligte sich der Wirtschaftsförderungsverein Frankfurt/Rhein-Main an diesem Messeauftritt. Die Tatsache, dass erstmals die Region auch offiziell am Frankfurter Stand vertreten war, wurde allgemein als Aufwertung des Auftritts angesehen.

Auch der im Herbst erfolgte erstmalige Auftritt auf der Münchner Immobilien-Messe EXPO REAL verlief ähnlich erfolgreich. Allerdings erwies sich diese Messe als weitgehend nationale Veranstaltung.

Am Tag nach dem Dinner führte die Wirtschaftsförderung auch 1999 im Rahmen Frankfurt meets New York ein auf Immobilien-Investoren ausgerichtetes Seminar durch. Mit dem Titel “The New Role of Cities as Catalysts for Global Development” widmete sich die Veranstaltung der Entwicklung der Innenstädte. Prof. Sassen schilderte ihre Beobachtungen der großen Finanzzentren. Ihrer Meinung nach ist Frankfurt zur Zeit das innovativste und auch aggressivste Finanzzentrum weltweit. Michael Wolf, Booz, Allen & Hamilton, erläuterte, wie sehr Unterhaltungselemente heute unser Leben durchdringen und welche Konsequenzen sich daraus für die Entwicklung unserer Innenstädte ergeben. Peter Munk,

Chairman von TrizecHahn, stellte mit Mitarbeitern seines Hauses das Projekt des Urban Entertainment Centers in Frankfurt vor. Schließlich schilderte Mark De Simone, Vicepresident von Lucent Technologies, in einem leidenschaftlichen Vortrag, welche Veränderungen uns in der Wirtschaft organisatorisch und von den Abläufen her aufgrund technologischer Entwicklungen ins Haus stehen.
#le#
#fa#Regionale Zusammenarbeit#fe#

Seit 1994 bemüht sich die Wirtschaftsförderung um konkrete Zusammenarbeit mit der Region. Im Jahr 1999 konnten mehrer Erfolge in diesem Zusammenhang erreicht werden: Erstmals beteiligte sich der Wirtschaftsförderungsverein an den Auftritten auf den Immobilienmessen MIPIM und EXPO REAL.

Gemeinsam mit der Tourismus- und Congress GmbH und dem Europa-Büro schlossen Wirtschaftsförderungsverein und Wirtschaftsförderung einen Vertrag über die Schaffung eines Büros in Brüssel in der Vertretung der Messe Frankfurt.

Schließlich einigten sich Wirtschaftsförderungsverein, Wirtschaftsinitiative und Wirtschaftsförderung auf die gemeinsame Produktion eines Image-Films für Frankfurt/Rhein-Main.

Um die Möglichkeiten einer verstärkten Zusammenarbeit darzustellen und zu diskutieren, präsentierte die Wirtschaftsförderung am 12. April vor Bürgermeistern und Wirtschaftsdezernenten der Umlandgemeinden und -städten die Strategien und Methoden im Bereich Standortmarketing.

#fa#Zahlen und Daten zum Berichtszeitraum 1999#fe#

Zahl der aktiven Mitarbeiter (Stand: 31.12.99 incl. ABM): 36

#fa#Firmenbetreuung#fe#
Beratung: 515
abgeschlossene Fälle: 70
betroffende Arbeitsplätze: 2049

#fa#Beratung ausländischer Firmen in Frankfurt#fe#
Beratung: 149
abgeschlossene Fälle: 119
betroffende Arbeitsplätze: 245

#fa#Beratung ansiedlungsinteressierter Firmen#fe#
Beratung: 177
abgeschlossene Fälle: 69
betroffende Arbeitsplätze: 313

#fa#Beratung Gewerbeberater#fe#
Beratung: 406
abgeschlossene Fälle: 110
betroffende Arbeitsplätze: 868

Betreute Delegationen: 53
schriftlich zu beantwortende Anfragen zum Standort: 517
Antwort-/Rede-Entwürfe/Stellungnahmen/Anfragen: 161

Über die Hälfte der schriftlich zu beantwortenden Anfragen (64,2 %) kamen von Unternehmen. Insgesamt äußerten rund ein Drittel der Kunden Ansiedlungsabsichten. Auffallend ist, daß fast die Hälfte (46 %) der Anfragen aus Frankfurt am Main kommt. Ausländische Anfragen waren mit 26,3 % vertreten.

Sitzung des Arbeitsausschusses der SWAK: 3
Immobilien-Fachgespräche: 3
FFK-Frühstückstreffen: 2
Gespräche Geschäftsführung IHK/Wifö: 7

#fa#Veranstaltungen:#fe#
MIPIM’99
Kommunikationsmarkt
Bankenabend
Bezirkstierschau Bergen-Enkheim
Industrieabend
Seminar zum Immobilienstandort Deutschland
Frankfurt meets New York
Seminar ‘Global Cities’ in New York
European Banking Congress

#fa#Das Projekt BIQ – Betriebe investieren in Qualifizierung#fe#

Mit dem Projekt BIQ – Betriebe investieren in Qualifizierung beteiligt sich die Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH an der Qualifizierungsoffensive Hessen, die 1999 vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung initiiert wurde. Ziel des Projektes, das in Kooperation mit dem Frauenreferat der Stadt Frankfurt durchgeführt wird, ist es, Unternehmen dabei zu unterstützen, durch Personalentwicklung ihre Marktposition zu sichern.

#fa#Standort Frankfurt#fe#

Unternehmen, die an einem international geprägten und informationsdominierten Wirtschaftsstandort wie Frankfurt erfolgreich tätig sein wollen, stehen vor besonderen Herausforderungen. Technologische Entwicklungen, ein Mehr an Dienstleistungsorientierung seitens der Kunden, aber auch sich verändernde Organisations- und Arbeitsstrukturen führen zu immer wieder neuem Qualifizierungsbedarf, der das Management ebenso betrifft wie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Dass die Zahl der Anbieter von beruflicher Fort- und Weiterbildung – Private, Gemeinnützige und Kammern und Verbände – im Frankfurter Stadtgebiet im dreistelligen Bereich liegt, kann insofern nicht überraschen. Institutionen und Unternehmen, die Seminare und Trainings anbieten, tragen dazu bei, das Know-How-Potential kontinuierlich zu entwickeln, und sind ein wichtiger infrastruktureller Faktor, der den Standort Frankfurt gegenüber anderen auszeichnet.

#fa#Kleine und mittlere Unternehmen#fe#

In welchem Umfang auch kleine und mittlere Unternehmen – und zwar nicht nur im Dienstleistungsbereich, sondern ebenso im produzierenden Gewerbe – Innovationsprozesse durchlaufen, zeigt eine Untersuchung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) aus dem Jahr 1999. Jeweils etwa die Hälfte der Unternehmen mit bis zu 100 Beschäftigten gibt an, dass ihre Arbeit von Produkt- und Prozessinnovationen, Produktions- bzw. Dienstleistungsausweitung und Outsourcing verändert wird. Und immerhin noch jeweils rund ein Viertel spricht von Lean Production, Veränderungen der Aufbauorganisation, Ausgründungen und Unternehmenskooperationen.

Es weist einiges darauf hin, dass kleine und mittlere Unternehmen in dieser Situation Probleme mit der Umsetzung geeigneter Personalentwicklungsstrategien haben. Eine mehrjährige Unternehmensbefragung des Frankfurter Instituts für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK) belegt, dass Unternehmen dieser Größe erforderliche Qualifikationen oft nicht auf dem Arbeitsmarkt akquirieren können, sondern offene Stellen unbesetzt lassen müssen. Sie zeigt gleichzeitig, dass die Weiterbildungsquote mit der Betriebsgröße signifikant sinkt und also fraglich ist, ob Qualifikationen im Personalbestand entwickelt werden. Die Folge könnten im ungünstigen Fall wachsende Qualifikationsdefizite sein, die mittel- oder langfristig die Existenz kleiner, aber in der wirtschaftlichen Infrastruktur Frankfurts wichtiger Betriebe gefährden – und damit auch zahlreiche Arbeitsplätze, die insbesondere in den personalintensiv arbeitenden kleineren Unternehmen zu finden sind.

Unbestreitbarer Qualifizierungsbedarf in kleinen und mittleren Unternehmen, so lässt sich für Frankfurt das Fazit ziehen, wird trotz eines umfangreichen Angebotes nicht zur Nachfrage. Frankfurt braucht aber eine Weiterbildungskultur, die auf die ökonomische Dynamik der Stadt antwortet: kleine und mittlere Unternehmen mit strategischer Unternehmensplanung und Personalentwicklung, flexible dienstleistungs- und bedarfsorientierte Weiterbildungs-Anbieter und eine Markttransparenz in der betrieblichen Weiterbildung, die fundierte Entscheidungen möglich macht.

#fa#Projekt-Agenda#fe#

Die vorhandene Weiterbildungs-Infrastruktur, verbandliche Strukturen und andere Netzwerke der Wirtschaft, die in einer Stadt wie Frankfurt sehr ausgeprägt sind, sind für das Projekt BIQ eine Ausgangsbasis, die eine strategischere Vorgehensweise als in anderen Regionen nahelegt.

Entwickelt wurden deshalb vier parallel laufende Strategien:

Zum einen haben die Gewerbeberater der Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH ihr Service-Angebot dahingehend erweitert, dass sie im Rahmen ihrer Betriebskontakte auch Fragen betrieblicher Weiterbildung ansprechen, Informationen und Beratung bzw. Vermittlung von Beratung anbieten und dabei gleichzeitig den Weiterbildungsbedarf und die Probleme kleiner und mittlerer Unternehmen in der Umsetzung betrieblicher Weiterbildung beobachten und zum Projekt BIQ rückmelden. Diese Zusammenarbeit mit dem Gewerbeberater-Team hat bereits begonnen.

Zweitens werden für ausgewählte betriebliche Zielgruppen gemeinsam mit Kammern, Verbänden, Weiterbildungsanbietern und anderen Experten in den nächsten Monaten Branchengespräche angeboten. Ziel dieser Gespräche ist es,

#la#auf Seiten der Betriebe für die Qualifizierungserfordernisse im Strukturwandel zu sensibilisieren,
#*#betriebsnahe Informationen über den branchenspezifischen Weiterbildungsbedarf zu erhalten,
#*#Umsetzungsprobleme bei betrieblicher Weiterbildung, vor denen gerade kleine und mittlere Betriebe stehen, zu thematisieren und nach Lösungen oder Unterstützungsmöglichkeiten im Rahmen des Projektes BIQ zu suchen,
#*#passende Angebote, aber auch mögliche Defizite im vorhandenen Weiterbildungsangebot zu identifizieren und damit einen Beitrag zur Transparenz und zur Bedarfsorientierung des Frankfurter Weiterbildungsangebotes zu leisten,
#*#und nicht zuletzt auch, konkret geäußerten Weiterbildungsbedarf im Anschluss an die Branchengespräche in Weiterbildungsangebote einmünden zu lassen.
#le#
Nach Vorgesprächen und in Zusammenarbeit mit der Akademie des Handwerks ist ein erstes Branchengespräch im Frühjahr 2000 mit Handwerksbetrieben geplant, die als Zulieferer, Subunternehmer oder unternehmensnahe Dienstleister für größere Firmenkunden arbeiten.

Als dritte Strategie wird BIQ versuchen, in dialog- und umsetzungsorientierter Zusammenarbeit mit interessierten Weiterbildungsanbietern einen Prozess der Vereinbarung von Qualitätsstandards in der beruflichen Fort- und Weiterbildung zu initiieren und zu unterstützen. Ziel ist es, auf diesem Weg die Ausrichtung des Frankfurter Seminar- und Trainingsangebots an betrieblicher Praxis und betrieblichem Bedarf zu sichern und transparenter zu machen, welche Anbieter professionelle und kompetente Weiterbildungspartner für Unternehmen sind.

Und nicht zuletzt gehört auch das als Baustein zum Projekt: soweit aus Betriebsgesprächen der Gewerbeberater oder aus den Branchengesprächen ein konkreter Weiterbildungsbedarf erkennbar wird, dem kein passendes Weiterbildungsangebot gegenübersteht, wird BIQ modellhaft und in Zusammenarbeit mit geeigneten Anbietern eine entsprechende Qualifizierung entwickeln und durchführen. Eine solche Maßnahme wird gerade auf eine konkrete Anfrage hin im Bereich Altenpflege konzipiert, einer Branche, die in den letzten Jahren in einem besonderen Innovations- und Privatisierungsprozess steht.

Informationen:

Dr. Hartmut Schwesinger
Geschäftsführer
Wirtschaftsförderung Frankfurt
– Frankfurt Economic Development – GmbH
Hanauer Landstraße 182 D
D-60314 Frankfurt am Main
info@frankfurt-business.de
www.frankfurt-business.de
Phone: +49/69/212 36 200
Fax: +49/69/212 9819

Herrn Thomas Hund
Ahrens & Behrent
Agentur für Kommunikation GmbH
Stiftstraße 8-10
60313 Frankfurt
069/92 01 01 34
069/92 01 02 00


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