(pia, 01.04.2011) – Die IHK Frankfurt und die Stadt Frankfurt werben zusammen mit den Industrieunternehmen für eine bessere Akzeptanz in der Öffentlichkeit. Vor diesem Hintergrund werden sie den traditionellen “Industrieabend” wieder aufleben lassen. Dies ist das Ergebnis eines parlamentarischen Abends am Donnerstag, 31. März, im Industriepark Höchst.

„Die Politik wird das Visier für die Industrie offen lassen“, versprach Wirtschaftsdezernent Markus Frank nach einer lebhaften Diskussion zwischen Politikern der Kommunal-, Landes-, Bundes- und Europaebene und namhaften Industrieunternehmen aus FrankfurtRheinMain.

IHK-Präsident Dr. Mathias Müller und Stadtrat Markus Frank traten mit einer Einladung zu einem parlamentarischen Abend im Industriepark Höchst der Sorge entgegen, dass aktuelle politische Entscheidungen die konkreten Auswirkungen auf die Industrieunternehmen am Standort Frankfurt nicht ausreichend berücksichtigten. „Die Qualität der Industrie zeigt sich schon allein in der Tatsache, dass 25 Prozent der Gewerbesteuer von der Industrie geleistet wird, die damit der größte Gewerbesteuerzahler ist“, sagte Dr. Mathias Müller, Präsident der IHK Frankfurt am Main. „Es muss daher das vordringliche Ziel aller sein, der Industrie gute Rahmenbedingungen am Standort für erfolgreiches Wirtschaften zu bieten.“

Dazu gehöre auch eine weitsichtige Strategie, die den Unternehmen eine Planungssicherheit in der Region ermögliche. Fragestellungen, wie Nutzungskonflikte in der Metropolregion, Auswirkungen von Steuer-, Umwelt- und Energiepolitik sowie die Themen Fachkräftemangel und Innovationsförderung, bestimmten ganz entscheidend die Perspektiven der Unternehmen und mithin auch die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts FrankfurtRheinMain.

Mit einem neuen Veranstaltungskonzept des moderierten Dialogs führten Politik und Industrie einen intensiven Austausch; Akzeptanz, Transparenz und Toleranz wurden als die Erfolgsschlüssel für einen sachgerechten Interessensausgleich festgehalten. Gerade im Hinblick auf unterschiedliche Nutzungskonzepte sei eine langfristige Planungssicherheit erforderlich. „Wir brauchen ein Wertegerüst, an dem sich Wirtschaft und Politik messen lassen müssen, um gelegentlich divergierende Zielsetzungen gesamtgesellschaftlich abwägen zu können“, forderte Jürgen Vormann, Vorsitzender der Geschäftsführung Infraserv GmbH & Co und Vorsitzender des Industrieausschusses der IHK Frankfurt. „Vielleicht muss man dabei auch mal bewusst einen Kontrapunkt zum politischen Mainstream setzen.“

Hans-Joachim Otto, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, verwies auf das industriepolitische Grundsatzpapier der Bundesregierung, das ein Bekenntnis zur Industrie darstellt. „Die Industrie ist ein In-novationstreiber und unverzichtbar für den Wohlstand in Deutschland. Dass wir so viel besser durch die Weltwirtschaftskrise gekommen sind als andere Länder, hängt auch damit zusammen, dass wir neben einem starken Dienstleistungssektor auch ein sehr solides industrielles Standbein haben. Der Wohlstand von morgen hängt vom Einfallsreichtum in den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen der Indust-rieunternehmen ab. Deshalb schaffen wir mehr Freiheit und verlässliche Rahmenbedingungen für die forschenden Unternehmen.“

Michael Boddenberg, Hessischer Minister für Bundesangelegenheiten, betonte, dass es auch für ihn als Vertreter der Landesregierung ein wichtiges Anliegen sei, die Belange der zentralen Kernbranchen, zu denen die Industrie zähle, in Richtung Berlin zu bewegen. „Ich nehme mir daher viel Zeit, die Belange der Industrie genau kennen zu lernen. Ein offener, kritischer Diskurs, so wie er heute Abend geführt wurde, sind die richtigen Instrumente, um konkrete Maßnahmen entwickeln zu können.“

In Frankfurt am Main gibt es bereits ein industriepolitisches Leitbild, das die Stadt gemeinsam mit Vertretern der Wirtschaft Mitte der 90er Jahre erarbeitet hat. Daher schlugen Dr. Mathias Müller und Stadtrat Markus Frank vor, den begonnenen Dialog fortzusetzen und auf der Basis der aktuell erarbeiteten Inhalte das industriepolitische Leitbild zu einem regionalen „Masterplan Industrie“ weiterzuentwickeln. Um die Wahrnehmung von Frankfurt als Industriestandort zu stärken, werde die Tradition des Industrieabends im Römer wieder aufgenommen. Der gestern Abend begonnene Dialog solle bald seine Fortsetzung finden, und zwar unter Beteiligung von Arbeitnehmervertretern und Gewerkschaften, denn auch diesen komme eine wichtige Schlüsselfunktion in der nachhaltigen Imagepflege zu.

Die Industrie- und Handelskammer Frankfurt trägt mit einem weiteren, neuen Veranstaltungskonzept zu einer Profilierung des Industriestandorts Frankfurt am Main bei. „Mit der erstmals veranstalteten langen Nacht der Industrie am 9. Juni werden sich Industrieunternehmen als attraktive Arbeitgeber präsentieren und gleichzeitig für mehr Akzeptanz bei der Bevölkerung in FrankfurtRheinMain werben “, sagte Dr. Mathias Müller. Mehr als ein Dutzend weltbekannter und hochspezialisierter Unternehmen werden auf Einladung der IHK ihre Türen öffnen.


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