(pia, 02.03.2010) – Bereits seit knapp einem Jahr bietet die 115 rund zehn Millionen Einwohnern in ausgewählten Modellstädten – darunter in Berlin, Köln, Hamburg und Düsseldorf – einen direkten telefonischen Draht in die öffentliche Verwaltung. Hier können sich Anrufer beispielsweise darüber informieren, was sie für eine Kfz-Zulassung brauchen, wo sie sich ummelden können, wo sie eine Lohnsteuerkarte beantragen können oder wie lange sie Elterngeld bekommen. Langfristig soll die Nummer bundesweit erreichbar sein, an einer flächendeckenden Einführung wird derzeit intensiv gearbeitet.

Aus gutem Grund war Frankfurt am Main im März 2009 noch nicht mit dabei: Während alle “115-Startkommunen” bereits über eigene Servicecenter verfügten, musste dieses in Frankfurt noch aufgebaut werden. Der Startschuss für die 115 in Frankfurt am Main fällt deshalb nun am 2. März 2010. Auf der CeBIT 2010, der Welt größten Computermesse, betritt Frankfurt am Main in Sachen moderner Telefonservice neue Dimensionen. Die 115 verspricht nichts mehr und nicht weniger, als für alle Bürgerinnen und Bürger das neue Telefonportal der öffentlichen Hand zu werden. Dabei zeigt die 115 eindrucksvoll, wie kundenfreundlich, modern und effizient telefonischer Bürgerservice organisiert werden kann.

Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth freut sich sehr über diesen neuen Service. „Seit ich im Sommer 2008 in Seoul vierzig Bürgermeister-Amtskollegen aus der ganzen Welt von der Planung zu 115 berichtete, habe ich diesen Moment herbeigesehnt. Nun bin ich sehr stolz darauf, dass wir allen Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern diesen Service anbieten können. Die oft leidige Suche nach der zuständigen Behörde gehört damit in Frankfurt endlich der Vergangenheit an“, so die Oberbürgermeisterin.

Dem kann sich auch der für das Frankfurter Servicecenter zuständige Personaldezernent, Stadtrat Markus Frank, nur anschließen: „In einer für die Stadt Frankfurt beispiellosen ämterübergreifenden Projektarbeit wurde in gut anderthalb Jahren das Frankfurter Servicecenter von den ersten Vorplanungen bis zum heutigen Live-Start von Grund auf gemeinsam aufgebaut. Hierfür möchte ich mich bei allen Beteiligten in den Ämtern und Betrieben bedanken, aber ganz besonders bei den 33 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Servicecenters, die mit ihrer Visitenkarte am Telefon höchstpersönlich für die 115 stehen.“

Der Service des Behördenrufes 115 steht indes nicht nur allen Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung. Auch die Stadt Offenbach am Main lässt die 115-Anrufe über das Frankfurter Servicecenter bearbeiten. Schließlich teilen sich beide Städte ohnehin die gleiche Vorwahl 069. Offenbachs Oberbürgermeister Horst Schneider freut sich deshalb über diese Kooperation. „Der Leitgedanke zur 115 ist, dass die öffentliche Verwaltung bundesweit vernetzt unter einer einzigen Telefonnummer kompetente Auskünfte über ihre Leistungen gibt. Es ist die wirtschaftlichste Lösung für zwei Nachbarstädte, die auch eine gemeinsame Vorwahl verbindet, dass das Frankfurter Servicecenter seine modernen Dienste auch für die andere Mainseite anbietet“, beschreibt Schneider die Motive für diese nur auf den ersten Blick überraschende Zusammenarbeit. Schneider: „Bei der Organisation von Leistungen, also im Back Office, müssen wir in der Region stärker kooperieren, auch um Kosten zu senken, um weiterhin dringend notwendige Investitionen für Bildung oder Umwelt zu finanzieren. Das Servicecenter ist ein Beispiel für die gute Zusammenarbeit der beiden Kernstädte in der Region“.

Diese über Stadtgrenzen hinausgehende Kooperation erfreut auch Staatssekretär Horst Westerfeld, im Hessischen Ministerium des Innern für e-Government und Informationstechnologie zuständig. „Hessen war Initiator der Behördennummer 115 und hat das Projekt maßgeblich vorangebracht. So gehörte beispielsweise der Main-Taunus-Kreis zu den Pilotregionen. Dass mit Frankfurt und Offenbach nun zwei der größten hessischen Städte gemeinsam dem 115-Verbund beitreten, davon erhoffen wir uns eine Signalwirkung – nicht nur für die hessischen Städte und Gemeinden, sondern für ganz Deutschland.“

Horst Westerfeld, der Frankfurter Stadtrat Volker Stein (in Vertretung für Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth) und der Leiterin des Gesamtprojektes D115 im Bundesministerium des Innern, Beate Lohmann, geben am heutigen Dienstag um 15 Uhr live von der CeBIT auf dem Hessenstand (Halle 9, D22) den offiziellen Startschuss für den Behördenruf 115 in den Mainmetropolen. Zur gleichen Zeit sind Personaldezernent Markus Frank und Offenbachs Oberbürgermeister Horst Schneider direkt vor Ort im Frankfurter Servicecenter, um gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Servicecenters die ersten Betriebsminuten der 115 in Frankfurt zu erleben.

Personaldezernent Markus Frank wird nicht nur im Rahmen dieser Liveschaltung der 115, sondern auch an den folgenden Betriebstagen seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fest die Daumen drücken. „Auch wenn wir diverse Testszenarien und nicht zuletzt die Generalprobe bei der Fachmesse CallCenterWorld in Berlin mit Bravour bestanden haben, gehe ich davon aus, dass wir – wie alle 115-Städte – in den ersten Tagen einen wahren Ansturm von Telefonaten erleben werden. Die Erfahrungen aus dem laufenden Betrieb werden aber dazu beitragen, dass wir Stück für Stück weiter unseren Service verbessern können“, so Frank.

#fa#Über die Behördenrufnummer 115:#fe#
Das übergreifende Ziel der Behördenrufnummer 115 ist es, allen Bürgerinnen und Bürgern den Zugang zur öffentlichen Verwaltung zu erleichtern, und zwar egal, ob es nun um Angelegenheiten der Städte, des Landes oder des Bundes geht. Die sonst in Ämtern und Behörden immer zentrale Frage nach der Zuständigkeit rückt bei 115 in den absoluten Hintergrund. Ob Termine beim Standesamt, Bürgeramt, der Bauaufsicht oder bei der Kfz-Zulassung, Fragen zu Formularen, der Müllabfuhr oder zum Elterngeld – unter der Telefonnummer 115 erhalten Bürgerinnen und Bürger umfassend und freundlich Auskunft, unabhängig davon, welche Institution betroffen ist. Das komplett auf freiwilliger Basis aufgestellte Projekt vernetzt dabei Kommunen, Länder und Bund, so dass überall Informationen schnell und kompetent abrufbar sind. Erreichbar ist die 115 in vielen Städten für ca. 13 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner, und zwar Montag bis Freitag von 08:00 – 18:00 Uhr. 55 % der 115-Anrufe werden beim ersten Kontakt beantwortet. Ab 2. März 2010 wird auch in Frankfurt am Main dieser Service angeboten. Besonderer Clou: Auch die Bürgerinnen und Bürger von Offenbach können diesen Service nutzen.


Drucken