In seiner heutigen Sitzung verabschiedete der Magistrat der Stadt Frankfurt den Masterplan Industrie. Die Frankfurter Wirtschaftsförderung hat den Masterplan gemeinsam mit dem Beirat Industrie, mehr als 70 Experten, der Goethe-Universität, dem Stadtplanungsamt und weiteren Netzwerkakteuren erarbeitet. Der Beirat Industrie unter dem Vorsitz des Wirtschaftsdezernenten hat dafür gesorgt, dass seit 2012 ein breit angelegter Prozess in Gang gesetzt wurde, um Akzeptanz und Wertschätzung für die Industrie in Frankfurt zu steigern. Der Masterplan Industrie löst das Industriepolitische Leitbild von 1994 ab und soll zukünftig bei Entscheidungen des Magistrats, die für die Entwicklung der Industrie in Frankfurt von Relevanz sind, einfließen. In der Wirtschaftsförderung soll ein Kompetenzzentrum installiert werden, das als zentrale Anlaufstelle für Industrieunternehmen dienen und den Masterplan-Prozess koordinieren soll.

Der Masterplan Industrie enthält 30 vom Beirat Industrie empfohlene Projektvorschläge, mit denen eine Strategie mit klaren Zielen verfolgt wird. So sollen lokale Rahmenbedingungen realisiert werden, die die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der Frankfurter Industrie fördern. Die Akzeptanz und Wertschätzung der Industrieunternehmen sollen verbessert und das Image von Frankfurt als Industriestandort gestärkt werden.

Mit dem Beschluss zum Masterplan Industrie legt der Magistrat einen wichtigen Meilenstein zu einer Neuordnung der Industriepolitik in Frankfurt, zu der auch die Ständige Wirtschafts- und Arbeitsmarktkonferenz (SWAK) in ihrer gemeinsamen, von den Sozialpartnern vorbereiteten Erklärung vom September 2011 aufgefordert hatte. Der Frankfurter Oberbürgermeister und Vorsitzende der SWAK, Peter Feldmann, erläuterte:” Frankfurt ist mehr als ein Finanz- und Logistikstandort. Die Industrie hat eine herausragende Bedeutung für Arbeitsplätze, Wertschöpfung, Steuerkraft und Internationalität in unserer Stadt. Mit dem Masterplan Industrie bringen wir der Industrie die Aufmerksamkeit entgegen, die ihrer weitreichenden und vielseitigen Bedeutung entspricht. Mit diesem langfristigen Strategieprozess werden wir unsere Position als internationaler Industriestandort ausbauen können. Im produzierenden Gewerbe arbeiten zwar nur rund 11 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Doch hat es einen Anteil von 17 Prozent an der Wertschöpfung und trägt mit über 40 Prozent zum Gewerbesteueraufkommen in Frankfurt am Main bei.”

Pressekonferenz Masterplan Industrie 6.11.2015

Pressekonferenz Masterplan Industrie 6.11.2015 (v.l.)Wirtschaftsdezernent Markus Frank, Oberbürgermeister Peter Feldmann, Bürgermeister Olaf Cunitz

Bürgermeister Olaf Cunitz sieht den Masterplan Industrie als einen wesentlichen Beitrag zum Integrierten Stadtentwicklungskonzept, das in diesem Jahr initiiert worden ist: „Der Masterplan Industrie liefert wichtige Impulse für die integrierte Stadtentwicklung. Die Industrie hat nicht nur einen Bedarf an Gewerbeflächen und leistungsfähigen Infrastrukturen, sondern schafft Arbeitsplätze, trägt zur gesellschaftlichen Integration bei und ist Treiber für Innovationen. Das Stadtteilgewerbe mit den produzierenden Handwerksbetrieben unterstützt die Vielfalt auch außerhalb von Industrie- und Gewerbegebieten. Die Handlungsempfehlungen zur Reaktivierung brachliegender Flächen stärken die Innenentwicklung von Frankfurt.“

Der Vorsitzende des Beirats Industrie, Markus Frank, freut sich sehr über das Ergebnis des auf breite Akzeptanz und Wirksamkeit angelegten Masterplan-Prozesses: „Wir haben in Frankfurt einen in Deutschland einmaligen Prozess angestoßen, der auf einem guten Fundament basiert. Das Konzept der Wirtschaftsförderung ist aufgegangen, den Prozess von Anfang an auf hohe Akzeptanz und Wirksamkeit anzulegen. Die Zusammensetzung des Beirat Industrie, die intensive Befragung von rund 100 Industriebetrieben in Frankfurt nach dem industriepolitischen Handlungsbedarf und die engagierte Mitarbeit von rund 70 Experten in den Arbeitsgruppen machen das große Interesse an einer erfolgreichen Entwicklung der Industrie in Frankfurt deutlich.“

Der Magistrat übernahm in seinem Beschluss die Empfehlungen des Beirats Industrie der seit seinem Bestehen im Februar 2012 den Masterplan-Prozess in seinen sechszehn Sitzungen regelmäßig erörtert hat und weiterhin aktiv begleitet, indem er Interessen synchronisiert und den Prozess in seinen Netzwerken unterstützt.

Der Beirat besteht aus engagierten und kompetenten Persönlichkeiten Frankfurter Industrieunternehmen, der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU), des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), der IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), der IG Metall (IGM), der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, der IG Bauen-Agra-Umwelt (IG BAU), der IHK Frankfurt am Main, der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main, der Stadtplanung Frankfurt am Main, dem Regionalverband FrankfurtRheinMain, der Goethe-Universität, der Provadis-Hochschule und der Wirtschaftsförderung Frankfurt.

Die 30 Projektvorschläge auf acht industriepolitischen Handlungsfeldern wurden in mehreren Arbeitsgruppen erarbeitet. Die Ergebnisse liegen nun zusammengefasst als Räumlich-funktionales Entwicklungskonzept und Werkstattberichten vor. Eine wesentliche Arbeitsgrundlage war die Industriestudie Frankfurt am Main 2013, die das Institut für Humangeographie der Goethe-Universität erarbeitet hatte und die mittels einer schriftlich-persönlichen Befragung von Industriebetrieben zentrale Handlungsfelder identifiziert hatte. Das Räumlich-funktionale Entwicklungskonzept wurde im Auftrag der Wirtschaftsförderung und in enger Zusammenarbeit mit dem Stadtplanungsamt Frankfurt von der Projektgemeinschaft regioconsult Konzepte für Politik und Wirtschaft und Spath+Nagel Büro für Städtebau und Stadtforschung erstellt.

„Wir verstehen den Masterplan als Prozess. Viele Maßnahmen und Projekte wurden schon seit dem Industriepolitischen Leitbild 1994 auf den Weg gebracht. Dazu zählen das Frankfurter Innovationszentrum (FIZ), das House of Logistics and Mobility (HOLM), der Digital Hub, der Frankfurter Industrieabend, das Gewerbeflächenentwicklungsprogramm, das Gewerbegebiet Am Martinszehnten und weitere mehr“, summiert Oliver Schwebel, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH. „Wir intensivieren den Prozess nun mit der Einrichtung des Kompetenzzentrums Industrie bei der Wirtschaftsförderung Frankfurt“, so Schwebel.

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Masterplan Prozess


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