(Infraserv Höchst, 01.11.2010) – Die Frankfurter Oberbürgermeisterin Dr. h.c. Petra Roth hat am Montag, 1. November, gemeinsam mit dem Mainova-Vorstandsvorsitzenden Dr. Constantin H. Alsheimer, Infraserv Höchst-Geschäftsführer Dr. Roland Mohr sowie Sabine Kuhlus und Dr. Heinrich Lienkamp, den beiden Geschäftsführern der Infranova Bioerdgas GmbH, den Grundstein für den Bau einer hochmodernen Bioerdgas-Aufbereitungsanlage im Industriepark Höchst gelegt. Ab Mitte 2011 soll die Anlage umweltfreundliches Bioerdgas für Frankfurter Haushalte liefern.

Der Bau der neuen Anlage ist ein Gemeinschaftsprojekt des Energieversorgers Mainova und des Industrieparkbetreibers Infraserv Höchst, die für diesen Zweck gemeinsam die Infranova Bioerdgas GmbH gegründet haben. Infranova investiert fünf Millionen Euro in das Vorhaben und wird die neue Bioerdgas-Aufbereitungsanlage auch betreiben. Nach der Fertigstellung in 2011 wird dort das Biogas, das in derBiogasanlage von Infraserv Höchst aus Klärschlämmen und organischen Abfällen gewonnen wird, auf Erdgasqualität aufbereitet und anschließend in das öffentliche Versorgungsnetz eingespeist.

Oberbürgermeisterin Petra Roth betonte bei der Grundsteinlegung: “Die Bioerdgas-Anlage im Industriepark Höchst wird einen wichtigen Beitrag für den Klimaschutz leisten. Darüber hinaus ist die Infranova eine Erfolgsgeschichte des Wirtschaftsstandorts Frankfurt. Denn hier bündeln zwei anerkannte und erfolgreiche Frankfurter Unternehmen ihre Kompetenzen und schaffen eine bundesweit beispielhafte Industrieanlage.”

„Im Rahmen unseres Energieversorgungskonzeptes für den Industriepark arbeiten wir kontinuierlich daran, die Energie für unsere Kunden am Standort möglichst effizient bereitzustellen und gleichzeitig die Nutzung regenerativer Energien auszubauen“, erläuterte Infraserv-Geschäftsführer Dr. Roland Mohr. „Ein wichtiger Baustein in diesem Versorgungskonzept ist unsere Biogasanlage, die nun den Rohstoff für die neue Biogas-Aufbereitungsanlage liefert. Wir freuen uns, mit der Bereitstellung dieses klimaschonend hergestellten Bioerdgases bald auch über die Grenzen des Industrieparks hinaus einen Beitrag zur ökonomisch sinnhaften und ökologisch verträglichen Energieerzeugung beizutragen.“

Der Mainova-Vorstandsvorsitzende Dr. Alsheimer hob hervor: “Diese Anlage ist eine wertvolle Investition in den Klimaschutz hier bei uns in der Rhein-Main-Region. Zugleich ist sie ein Baustein in unserer Erzeugungsstrategie der nächsten fünf Jahre, bei der die Mainova weitere klimaschonende und effiziente Erzeugungsprojekte im Gesamtvolumen von 500 Millionen Euro umsetzen will.”

Biogasanlage liefert Strom und Dampf aus Abfällen

Bereits 2007 hatte Infraserv Höchst seine Biogasanlage in Betrieb genommen, in der ein Teil der am Standort anfallenden Klärschlämme zusammen mit organischen Abfällen, so genannten Co-Substraten wie Fermentationsrückständen, überlagerten Lebensmitteln oder anderen vergärfähigen Abfällen, in Biogas umgewandelt werden. Diese Anlage, für die eigens ein Verfahren entwickelt wurde, um industrielle Klärschlämme mit Co-Substraten zu verarbeiten, ist eine der größten ihrer Art in Deutschland. Anders als bei vielen anderen Biogas-Anlagen werden im Industriepark Höchst keine landwirtschaftlichen Nahrungsmittel eingesetzt. Ein Teil des produzierten Biogases wird in drei nachgeschalteten
Blockheizkraftwerken zur Erzeugung von Strom und Dampf für die produzierenden Unternehmen im Industriepark eingesetzt. Der Großteil davon wird nach einer entsprechenden Aufbereitung in das öffentliche Netz als Bioerdgas eingespeist.

Biogas aus dem Industriepark Höchst für das öffentliche Netz

Diese Aufbereitung des Biogases geschieht in der neuen Bioerdgas-Aufbereitungsanlage von Infranova. Damit der Rohstoff die hohe Qualität von marktüblichem Erdgas erreicht, müssen dem Biogas zunächst alle unerwünschten Begleitstoffe entzogen werden. Nach dieser Reinigung wird dieses so genannte Bioerdgas auf Netzdruck verdichtet und in das öffentliche Erdgasnetz eingespeist.

Ab Mitte 2011 wird die Mainova aus der neuen Anlage ihre Kunden mit bis zu 80 Millionen Kilowattstunden Bioerdgas pro Jahr versorgen, was dem Verbrauch von etwa 4.000 Haushalten entspricht. Durch den Ersatz von konventionellem Erdgas durch klimafreundlich gewonnenes Bioerdgas aus dem Industriepark Höchst wird die begrenzt verfügbare Ressource Erdgas geschont und damit die Kohlendioxid-Emissionen jährlich um 16.000 Tonnen reduziert.


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