wifoe, 29.03.2010 – Wer gründet, braucht ein gutes Geschäftskonzept, Mut, unternehmerischen Erfolg, das berühmte Quäntchen Glück – und Geld! Als Jungunternehmer vielleicht gar keine so große Summe, aber gerade das ist für viele Existenzgründer beim Start und in den ersten Jahren oft eine schwierige Hürde. An kleinen Kreditsummen verdienen die Banken kaum etwas, weil der Zinsertrag gering und der Zeitaufwand für die Gespräche und Begutachtung der Konzepte hoch ist. Deshalb zögern viele Banken bei Kreditsummen unter 50.000 Euro.

Der Frankfurter Gründerfonds soll ab Mitte April dazu beitragen, dass es leichter wird, an solche Beträge zu kommen. Antragsteller, die einen Bankkredit zwischen 2.500 und 50.000 Euro aufnehmen möchten, können ihr Geschäftskonzept und weitere Unterlagen zur Prüfung bei einem von der Wirtschaftsförderung neu eingerichteten Gründerfonds-Büro einreichen. Dort werden die Gründer kostenlos beraten, ihre Konzepte nach einheitlichen Qualitätskriterien geprüft und erhalten bei positivem Ergebnis eine Bürgschaftsempfehlung für die Bürgschaftsbank Hessen. Diese begutachtet das vorgeprüfte Konzept innerhalb kürzester Zeit und erteilt eine Bürgschaftszusage über 80 % der Kreditsumme, mit der die Jungunternehmer zu einer der sieben Partnerbanken gehen und den Kreditvertrag zu deren Konditionen aushandeln können. Um die Qualität und Nachhaltigkeit zu gewährleisten, müssen die Antragsteller sich verpflichten, vierteljährlich ihre Geschäftszahlen dem Gründerfonds-Büro vorzulegen. Da die Beratung aus Frankfurter Steuergeldern finanziert wird, können nur Unternehmen mit Sitz in Frankfurt bis 3 Jahre nach der Gründung teilnehmen.

Entwickelt wurde das neue Konzept von der Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH in Zusammenarbeit mit der Frankfurt School of Finance & Management. Damit wird ein fraktionsübergreifender Antrag der Stadtverordnetenversammlung umgesetzt, die Finanzierung von Kleingründungen in Frankfurt zu unterstützen. Für die Jahre 2010 und 2011 wurden je 750.000 € in den Haushalt der Wirtschaftsförderung eingeplant, die zur Finanzierung des Programms und Besicherung der Kredite dienen. Partner und Dienstleister der Wirtschaftsförderung ist die ConCap GmbH, eine Tochtergesellschaft der Frankfurt School of Finance & Management, die über fast 20 Jahre Mikrofinanzexpertise weltweit verfügt. Eine “Mikrofinanzstudie für Frankfurt” in 2009 hat aufgezeigt, wie sich die Finanzierungssituation für Gründer und junge Unternehmen in Frankfurt darstellt und dass es für diese sehr schwierig ist, Bankkredite zu bekommen. Es wurde mit einer Befragung von 100 Gründungsunternehmen die Bedarfsseite und durch Gespräche mit Banken die Angebotsseite untersucht. Die Ergebnisse der Studie sind Grundlage des Konzepts des Frankfurter Gründerfonds, das die Beratungs- und die Finanzierungsseite enthält.

Zur Zeit werden noch letzte organisatorische und rechtliche Fragen abschließend geklärt, damit das Programm in der zweiten Aprilhälfte starten kann.

Markus Frank, Wirtschaftsdezernent der Stadt Frankfurt am Main


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