Der Magistrat setzt 30 Projekte auf 8 Handlungsfeldern Schritt für Schritt um

Der neue Jahresbericht 2018-2019 dokumentiert Fortschritt und Erfolge des Masterplans Industrie, der im September 2011 mit der gemeinsamen industriepolitischen Erklärung der Ständigen Wirtschafts- und Arbeitsmarktkonferenz (SWAK) der Stadt Frankfurt am Main zu einer ganzheitlichen Neuordnung der Industriepolitik angestoßen und mit dem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung im Januar 2016 mit 30 Projekten auf acht industriepolitischen Handlungsfeldern konkretisiert wurde.

Wirtschaftsdezernent Markus Frank sieht den Masterplan Industrie als einen erfolgreichen Prozess und stellt fest, dass sich Entscheidungsträger in Politik und Verwaltung in Bund, Land und Kommunen gegenüber den notwendigen industriepolitischen Themen öffnen und die vielfältige und weitreichende Bedeutung der Industrie für die gesamte Wirtschaft und unser Zusammenleben erkennen. Die Industrie in Frankfurt am Main trage auf mehreren Ebenen zu einer guten Stadtentwicklung bei. Auch die öffentliche Wahrnehmung in der Bevölkerung gegenüber der Industrie wandele sich aufgrund der Erfahrung, dass die Industrie für zentrale Lebensbereiche intelligente und zukunftsweisende Lösungsansätze bereithält – bei Gesundheit, Mobilität, Kommunikation, Umweltschutz, Energie, Ernährung und Sicherheit.

„Die Mitglieder des im Januar 2012 berufenen Beirats Industrie aus Industrie, Verbänden, Wissenschaft und Verwaltung unterstützen den Masterplan-Prozess durch Erfahrung und Expertise. Die engagierte Zusammenarbeit im Beirat Industrie bildet einen unserer Erfolgsfaktoren“, hebt Wirtschaftsdezernent Markus Frank hervor und betont, den Masterplan-Prozess von Anfang an inhaltlich und personell breit aufgestellt zu haben, um eine hohe Wirksamkeit und Akzeptanz zu erreichen, und weitere Projekte in die Umsetzung zu bringen.

In den letzten Jahren konnten Fortschritte auf allen Handlungsfeldern erzielt werden, nachdem sich CDU, SPD und Grüne in der Koalitionsvereinbarung vom Mai 2016 auf eine rasche und dezernatsübergreifende Umsetzung verständigt hatten.

Im Oktober 2016 wurde mit der Einrichtung eines Kompetenzzentrums Industrie bei der Wirtschaftsförderung eine zentrale Forderung des Masterplans Industrie umgesetzt. Das Kompetenzzentrum Industrie koordiniert als Schnittstelle zwischen Stadt, Wirtschaft und Verbänden die Projekte des Masterplans Industrie und dient als zentrale Anlaufstelle für Industrieunternehmen.

Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (iStEk) baut auf die bestehenden Masterpläne der Stadt Frankfurt am Main auf und wurde im November 2019 von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen. Das im Rahmen des Masterplans Industrie erarbeitete Räumlich-funktionale Entwicklungskonzept Gewerbe (RfEk) bildet auch eine wesentliche Grundlage für das Gewerbeflächenentwicklungsprogramm (GEP). Projekte des Masterplans Industrie wurden sowohl im IStEk als auch im GEP verankert.

Die Vereinbarung zur Umsetzung der SEVESO-III-Richtlinie in Frankfurt am Main im März 2018 wäre ohne die Vorarbeiten im Masterplan Industrie schwer denkbar gewesen. Es wurde ein Mindestabstand von 500 Metern vereinbart, der zwischen den Industrieparks in Höchst, Griesheim und Fechenheim und neuen Schutzobjekten im Sinne der Seveso-III-Richtlinie gewahrt werden soll. Damit trägt die Vereinbarung zu einer Planungssicherheit für betriebliche und städtebauliche Entwicklungsvorhaben wie auch zur gegenseitigen Akzeptanz bei und verbessert eine Ansiedlung von Betrieben in den Industrieparks. Die Frankfurter Vereinbarung besitzt in Deutschland Vorbildcharakter für andere Industrie- und Chemiestandorte im städtischen Raum.

Im Modellprojekt Nachhaltiges Gewerbegebiet Fechenheim-Nord / Seckbach betreiben Wirtschaftsförderung Frankfurt und Energiereferat gemeinsam ein Standort- und Klimaschutzmanagement zur Qualifizierung und Profilierung des Gewerbegebietes. Das im Oktober 2016 eingerichtete Standortbüro setzt mit Partnern zahlreiche Maßnahmen von der Gründung einer Standortinitiative über die Erstellung eines Klimaschutzkonzepts, Energie- und Photovoltaikberatung bis hin zum Glasfaserausbau.

Im Juli 2020 stellte die Wirtschaftsförderung Frankfurt, die Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main und die Industrie- und Handelskammer Frankfurt (IHK) die Ergebnisse einer Bedarfsanalyse zur Errichtung von Handwerker- / Gewerbehöfen zur Stärkung des Stadtteilgewerbes vor.

Das Projekt Frankfurt Forward startete in einer ersten Phase 2015-2016 mit zehn erfolgten Matchings zwischen Startup-Unternehmen und etablierten Industrieunternehmen („CEO meets CEO“) und wurde in einer zweiten Phase 2018-2019 in einem abgewandelten Konzept fortgesetzt. Das erweiterte Konzept ermöglicht mit einer erweiterten Zielgruppe auch die gezielte Teilnahme von Nicht-Industrieunternehmen und umfasst drei verschiedene Formate, „CEO meets CEO“ (Matching), „Startup of the Year“ und „Quartalsevents“, und richtet sich an die Interessensgruppen Corporates, Startups und Investoren. Das Projekt wird mit einem erweiterten Konzept, u.a. Ideenfabrik und Internationalisierung, fortgesetzt.

Der Jahresbericht 2018-2019 zum Masterplan Industrie fasst die genannten und weitere bisher erzielte Ergebnisse auf den industriepolitischen Handlungsfeldern Räumlich-funktionales Entwicklungskonzept, Digitale Infrastruktur, Energie, Logistik, Attraktivität der Industrie: Kommunikation und Positionierung, Arbeit und Qualifizierung, Verwaltungsprozesse und Behördenservice sowie Innovation, Arbeitsplätze und Wertschöpfung der Zukunft kurz und umfassend zusammen.

„Der Masterplan Industrie stellt als ein breit strukturierter und langfristig angelegter Prozess eines der wichtigsten strukturpolitischen Projekte der Stadt Frankfurt am Main zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts dar“, hebt Oliver Schwebel, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Frankfurt, die Tragweite des Masterplans Industrie hervor. Wir sind auch stolz darauf, dass der Masterplan Industrie der Stadt Frankfurt am Main als eine von drei Modellinitiativen auf der Industriekonferenz vorgestellt wurde, zu der Bundesminister Peter Altmeier, Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), Spitzen aus Industrie, Wirtschaftsverbänden, Gewerkschaften, Wissenschaftseinrichtungen und Politik im September 2019 in Berlin eingeladen hatte. Damit erhalten wir bundesweit Aufmerksamkeit“.

Die Industrie sichert mit rund 11 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten einen beachtlichen Anteil der Gewerbesteuereinnahmen und bildet aufgrund ihrer Vielfalt und lokalen und internationalen Vernetzung eine wesentliche Grundlage für eine stabile und ausgeglichene wirtschaftliche wie auch gesellschaftliche Entwicklung in Frankfurt am Main. Die überdurchschnittlichen Einkommen der Industriebeschäftigten leisten einen bedeutenden Beitrag für Wohlstand und Lebensqualität über Frankfurt am Main hinaus.

Der Jahresbericht 2018-2019 zum Masterplan Industrie steht unter folgendem Link zum Download bereit: https://frankfurt-business.net/wp-content/uploads/2020/08/JB_2018-2019_Kompetenzzentrum_Industrie.pdf

Pressekontakt:
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